Die gemeine Datenkrake ist überall!

Einleitung.

Jeder vernünftige Vermittler achtet auf die richtige Beantwortung von Gesundheitsfragen im Antrag für eine Berufsunfähigkeitsversicherung. Gerade im Leistungsfall können fehlende Angaben oder bewusste Falschangaben zu erheblichen Problemen führen. Aus diesem Grund lasse ich generell vorab Gesundheitsfragen von meinem Kunden beantworten. Sollten Vorerkrankungen vorliegen, frage ich mehrere Versicherer an, wie Sie dieses Risiko beurteilen. Mögliche Ergebnisse sind normale Annahme, Zuschläge, Ausschlussklauseln oder Rückstellung für eine bestimmte Zeit. Soweit so gut, doch…

Die ZEIT ist gekommen für folgenden Hinweis:

Grundsätzlich beantworten Versicherer Voranfragen nur mit exakten Kundenangaben. Somit fällt später eine Zuordnung zur Antragsstellung leichter (Aussage Versicherer). Doch worin besteht das Risiko bei diesem Ablauf? Die Versicherer nehmen sich teilweise das Recht heraus, diese Daten über einen langen Zeitraum in einer eigenen Datenbank zu speichern. Ob dies jeder Versicherer durchführt und wie lange die Speicherung erfolgt, kann nur in einer direkten Anfrage an das Unternehmen geprüft werden.

Worin liegt die Gefahr für den Kunden?
Egal, ob bei Antragsstellung oder im Leistungsfall kann dies dem Kunden zum Nachteil ausgelegt werden.

Deshalb mein Überlegungen:
Wenn ein Versicherer keine anonymen Anfragen beantworten will, sollten dann lieber der Name und das Geburtsdatum falsch angegeben werden? Vielleicht sollte der Versicherer mit der Voranfrage darauf hingewiesen werden, dass er die Daten nicht länger als 3 Monate speichern darf. Eine Voranfrage an den Versicherer, ob zu diesem Kunden überhaupt Daten gespeichert sind, wäre vielleicht ebenfalls zu bedenken.

Mein Fazit:
Für meine Kunden habe ich eine Lösung gefunden. Doch im Interesse aller Vermittler, Versicherer und Kunden sollte an dieser Stelle einheitlich gehandelt werden. Eine langfristige Datenspeicherung ohne Zustimmung des Kunden mit sensiblen Gesundheitsdaten kann eigentlich nicht im Interesse der Gesetzgebung sein.

One comment

  1. Anmerkung des DER SACHSISCHE DATENSCHUTZBEAUFTRAGTE vom 16.01.2014
    (nach meinem Anschreiben an diese Behörde vom 12.12.2013)

    Die Regelungen des Versicherungsvertragsgesetzes, des Bundesdatenschutzgesetzes (BDSG) sowie anderer Vorschriften über den Datenschutz enthalten keine besonderen Rechtsgrundlagen für die Erhebung, Verarbeitung und Nutzung von Gesundheitsdaten durch Versicherungen und deren Makler, insbesondere im Fall der bloßen Vertragsanbahnung bzw. Beratung im Vorfeld einer vertraglichen Rechtsbeziehung.
    Insoweit gelten die allgemeinen Regelungen, wonach die Erhebung, Speicherung und Nutzung der Daten nur auf Grundlage einer

    1. nach besonderer Aufklärung erfolgten,
    2. umfassenden und hinreichend bestimmten,
    3. (im Regelfall) schriftlichen (und nicht mittels Unterschriftenpad eingeholten) und
    4. jederzeit widerruflichen

    Einwilligung bzw. rechtsgeschäftlichen Beauftragung allein für die Dauer des Anbahnungsverhältnisses zulässig ist (§§ 4 Abs. 1, 4a Abs. 1 und 3,28 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 BDSG).

    Die Daten sind daher unverzüglich zu löschen, wenn der Kunde oder Versicherer endgültig Abstand vom Vertragsschluss nehmen bzw. dies ersichtlich ist (§ 35 Abs. 2 Satz 2 Nr. 3 BDSG). Der Versicherer (nicht der Makler!) ist jedoch befugt, bei entsprechender Einwilligung im Rahmen der Risikoprüfung erhobene Gesundheitsdaten für den Fall eines erneuten Antrags auf Versicherungsschutz zeitlich begrenzt (in gesperrter Form) weiter zu speichern (§ 35 Abs. 3 Nr. 1 BDSG). Dies gilt auch für etwaige Eintrage im Hinweis- und Informationssystem der Versicherungswirtschaft, soweit diese zulässig sind.
    Auf die im Internet auffindbaren Hinweise und Mustererklärungen der Aufsichtsbehörden für den Datenschutz im nicht-öffentlichen Bereich (Düsseldorfer Kreis) vom 17. Januar 2012 nehme ich Bezug.

    Mit freundlichen Grüßen
    xxxx
    Regierungsoberrat

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